Im Portrait - Die Winter-Neuzugänge der Würzburger Kickers


Nicht kleckern sondern klotzen - so oder so ähnlich könnte man die Aktivitäten der Würzburger Kickers in der Winterpause der Regionalliga Bayern bezeichnen. Neben dem Trip zum Trainingslager nach Namibia haben die Rothosen auch in Sachen Kaderplanung noch mal so richtig zugeschlagen und das sogar gleich doppelt.


In dieser neuen Ausgabe unserer Kickers-Portrait Reihe soll es daher auch genau um eben jene zwei Neuzugänge in der Winterpause gehen: Fabian Weiß und Nico Herzig!


Neuzugang Nummer 1: Fabian Weiß 


Der erste Winterneuzugang bei den Würzburger Kickers heißt Fabian Weiß. Der 22-jährige aus Aalen-Brastelburg stammende Offensiv-Spieler kommt vom Zweitligisten VfR Aalen an den Dallenberg und hat einen Vertrag bis 2016 unterzeichnet.


In der aktuellen Saison der 2. Bundesliga kam der 176 cm große Flügelspieler auf neun Einsätze und erzielte dabei ein Tor. Hinzu kommen zwei Einsätze im DFB-Pokal. Insgesamt absolvierte der Baden-Württemberger 53 Spiele für den VfR, schoss dabei vier Tore und bereitete zwei Treffer vor. 


In seiner bisherigen Karriere brachte er es auf insgesamt 26 Einsätze in der 2. Bundesliga, sowie 22 Spiele in der 3. Liga. 


In der Jugend war Weiß zunächst für den Stadtteilclub SV Waldhausen aktiv ehe er von den Talentscouts des VfB Stuttgart entdeckt wurde. Dort spielte er dann bis zur B-Jugend und wurde in dieser Zeit auch in die deutsche U-16-Nationalmannschaft berufen. Seine Zeit in der Landeshauptstadt schloss er 2009 mit dem Gewinn der deutschen B-Junioren-Meisterschaft ab.


Anschließend ging es für Weiß dann zurück in seine Heimatstadt, genauer gesagt zum VfR Aalen, für die er in der Saison 2009/2010 zunächst in der U 19 spielte, aber unter Trainer Rainer Scharinger bereits zweimal im Regionalliga Team zum Einsatz kam, wobei dem Stürmer bei seinem ersten Einsatz in der Profimannschaft im Heimspiel gegen den SSV Ulm in der Schlussminute der Ausgleichstreffer zum 2:2 gelang. In der gleichen Saison gelang den Aalenern auch der Aufstieg in die Dritte Liga.


In der Folgesaison war Fabian Weiß dann in erster Linie für die in der  Verbandsliga Württemberg antretenden zweiten Mannschaft vorgesehen, war aber weiterhin auch für die U 19 spielberechtigt und wurde so am Ende der Saison 2010/11 mit 13 Toren Vizetorschützenkönig der A-Junioren-Oberliga. Zudem kam er – als der Klassenerhalt bereits sicher war -  am letzten Spieltag der Dritten Liga unter Trainer Ralph Hasenhüttl in der Schlussviertelstunde der Partie bei Rot-Weiß Erfurt zu seinem Profiligadebüt.


In der Saison 2011/2012 stand Fabian Weiß dann im Profikader des VfR Aalen und konnte mit seinem Team am Ende der Spielzeit den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern. In dieser Saison kam Weiß auch schon zu regelmäßigen Einsätzen im Drittligateam, zumeist zwar als Einwechselspieler, allerdings stand er auch sechs Mal in der Startelf und durfte einmal über die kompletten 90 Minuten spielen.


In der Hinrunde der 2. Bundesliga 2012/2013 kam er dann allerdings nicht zum Einsatz, weshalb er im Januar an den Regionalligisten SG Sonnenhof-Großaspach ausgeliehen wurde um Spielpraxis zu sammeln. Hier kam er im weiteren Saisonverlauf achtmal zum Einsatz und erzielte dabei einen Treffer. 


Nach seiner Rückkehr brachte er es in den folgenden anderthalb Jahren zu 26 Einsätzen für den VfR in der 2. Bundesliga, zumeist als Einwechselspieler von der Bank. Sein einziger Treffer gelang ihm im Oktober 2014 beim 2:0-Erfolg gegen den TSV 1860 München. 


Im Januar 2015 bat Weiß dann um die Auflösung seines Vertrages mit den Aalenern und nur wenige Tage später wurde Fabian Weiß bei den Würzburger Kickers als erster Winter-Neuzugang und Ersatz für Manuel Duhnke vorgestellt, den es aus Studiengründen zurück nach München zog. Nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache dass Weiß in der Offensive vielseitig einsetzbar ist, der Offensiv-Spieler kann sowohl auf beiden Außenpositionen sowie als hängende Spitze eingesetzt werden, kann und soll er diese Lücke sofort schließen. 


Neuzugang Nummer 2: Nico Herzig 


Winterneuzugang Nummer zwei dürfte man auf den bisher ohnehin schon gut besetzten Kader sogar noch eine Schippe obendrauf legen, denn mit der Verpflichtung von Defensiv-Spezialist Nico Herzig ist den Würzburger Kickers ein echter Transfercoup gelungen!

Der am 10. Dezember 1983 in Pößneck (Freistaat Thüringen) geborene Defensivspieler kommt vom Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden nach Würzburg. Für Wehen-Wiesbaden bestritt Herzig von 2011 bis Januar 2015 insgesamt 103 Partien und erzielte vier Tore und war zudem seit der Saison 2013/2014 Kapitän des SVWW. 

Zuvor war er bereits für Alemannia Aachen und Arminia Bielefeld in der Bundesliga aktiv und bestritt insgesamt 46 Spiele in der höchsten deutschen Spielklasse sowie 114 Spiele in der 2. Bundesliga. Hinzu kommen noch 103 Einsätze in der Dritten Liga. Zehnmal lief er im DFB-Pokal auf.

 

Bayern ist für Nico Herzig durchaus kein Fußball-Neuland, denn in der Jugend begann seine Karriere in der Saison 1995/96 bei der SpVgg Bayern Hof. Die folgenden Jahre verbrachte er dann in seiner Thüringischen Heimat, genauer gesagt beim FC Carl Zeiss Jena, eher Herzig im Alter von 17 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Denny zum FC Wimbledon nach England ging. In England bestritt Herzig 19 Spiele in der Championship (2. Liga) für Wimbledon.


In der Saison 2004/05 führte sein Weg dann erneut zurück nach Bayern, wo er für den SV in zwei Spielzeiten 56-mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz kam und in dieser Zeit auch fünf Tore erzielte. Nach seiner Zeit bei Wacker Burghausen führte ihn sein Weg schließlich in die Bundesliga, genauer gesagt zur Alemannia aus Aachen, wo er direkt zum Stammspieler avancierte. In der Saison 2008/09 wurde seine Zeit am Tivoli kurzzeitig unterbrochen, als er für ein Jahr zu Arminia Bielefeld wechselte (19 Einsätze / 1 Tor in der BL). 


Nachdem er von seinem Kurztrip auf der Bielefelder Alm zurück nach Aachen wechselte, lief Nico Herzig von 2009 bis 2011 erneut für die Alemannia auf. In insgesamt trug er ligaübergreifend 82-mal das gelb-schwarze Trikot der Aachener und erzielte dabei drei Tore.


In der Saison 2011/12 wechselte Nico Herzig schließlich nach Wiesbaden zum SVWW wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieb, den er 2013 um ein weiteres Jahr verlängert hat. In der Saison 2013/14 wurde er sogar zum Kapitän ernannt und blieb den Hessen bis Januar 2015 treu, ehe er sich den Würzburger Kickers und ihrer Mission Aufstieg in die Dritte Liga anschloss, nachdem ihn Trainer Bernd Hollerbach vom Konzept der Rothosen überzeugen konnte. 


Der Tabellenführer der Regionalliga Bayern stattet  den 31-Jährigen Herzig mit einem Vertrag bis 2017 aus. Die Verpflichtung eines auch über die Regionalen Fußballgrenzen hinaus bekannten Spielers dürfte bei den Kickers sicherlich noch einmal zusätzlichen Auftrieb im  Aufstiegskampf geben, sowohl innerhalb der Mannschaft als auch im Umfeld des Vereins.


Text: M.R. / F.L.  - Bilder: Würzburger Kickers / WÜRZBURGER Kickers News