Charity Spiel zwischen den Erzrivalen

Das „Ewige Derby“ geht endlich in die nächste Runde !!!

 

Darauf musste Fußball Würzburg eine ganze Weile warten, doch jetzt ist es endlich wieder soweit: Das ewig junge Duell der beiden Stadtrivalen vom Würzburger FV und den Würzburger Kickers geht in eine neue Runde und dies unter ganz besonderen Vorzeichen.

 

Nach dem bekannt werden der finanziellen Notlage des WFV haben sich die Kickers spontan dazu bereit erklärt, dem Rivalen von der Mainaustraße in Form eines Benefizspiels zu helfen.


So treffen sie also am Sonntag, den 1. Advent 2014 zum insgesamt 33. Mal aufeinander. Das erste Mal seit dem 03.10.2012, als der WFV den zu diesem Zeitpunkt bereits in der Regionalliga Bayern - also eine Liga höher - spielenden Lokalrivalen vom Dallenberg im TOTO-Pokal Achtelfinale besiegen konnte (5:4 im Elfmeter Schießen).

 

Die Bilanz der bisherigen Duelle:


- 16 x konnte der Würzburger FV als Sieger den Platz verlassen (höchster Derbysieg war ein 6:2 am 18.08.2003)  


- 10 x konnten die Würzburger Kickers das innerstädtische Duell für sich entscheiden ( höchster Erfolg war ein 7:1 am 27.01.1999)


- 6 Duelle endeten unentschieden


- Die größte Kulisse erlebte das Lokalderby zwischen den "BLAUEN" und den "ROTEN" am 07.03.2009 mit 4.200 Zuschauern im Stadion am Dallenberg.


Man kann sich also sicher sein, trotz Benefiz Gedanken im Vordergrund wird am Sonntag nicht nur die erste Kerze am Adventskranz brennen! Duelle dieser beiden Vereine sind einfach mehr als "Nur" Fußballspiele.

Die frühen Anfänge der ewig jungen Rivalität zwischen Blau und Rot


Blicken wir einmal auf die Historie dieses brisante Duell der einstigen Dauerrivalen. Das erste Stadtderby zwischen dem Vorgängerverein des WFV, dem 1. Würzburger Fußballverein von 1904 und den 1907 gegründeten Rothosen fand im Jahr 1908 statt und endetet mit einem klaren 5:0 für die Roten. Im Jahr 1977 spielte man dann sogar für eine Saison gemeinsam in der damaligen 2. Fußball Bundesliga Süd. 


Der Grundstein für die bis heute andauernde Rivalität zwischen den beiden wohl populärsten Vereinen der Stadt wurde also schon recht früh gelegt und dauert selbst über das finanziellen Aus des FV 04 im Jahr 1981 hinaus weiter an.


Das letzte Derby zwischen den 04ern und den Kickers fand dann am 16. Mai 1981 statt. Insgesamt trafen beide Vereine stolze 121 Mal aufeinander. Dabei gab es für die 04er 48 Siege, für die Kickers deren 50 und dazu noch 23 Unentschieden.

Ein Ende ist häufig auch immer der Start für etwas Neues – der WFV wird geboren


Den Platz des Blauen Rivalen hat indes der Nachfolgeverein der 04er eingenommen: Der Würzburger FV, welcher 1981 aus der Taufe gehoben wurde.


Bekanntermaßen musste der WFV im Jahr 1981 in der C-Klasse Würzburg neu beginnen, während die Kickers nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wieder in der Bayernliga spielten, welche damals die dritthöchste Spielklasse in Deutschland war.


Während der WFV in der Saison 1982/83 den Aufstieg in die B-Klasse Würzburg feiern konnte, stiegen die Kickers im selben Jahr in die Landsliga Nord ab, wo sie auch die nächsten sieben Spielzeiten verbringen sollten, bis sie in der Saison 1989/90 die Rückkehr in die Bayernliga schaffen sollten. Der WFV spielte indes im gleichen Jahr bereits wieder in der Bezirksoberliga Unterfranken, also nur noch zwei Spielklassen unter dem großen Rivalen.


Nach dem erneuten Abstieg der Kickers nur eine Saison später und dem Aufstieg des WFV im Jahr 1991 war es dann nach 14 langen Jahren endlich wieder soweit. Beide Klubs spielten in derselben Liga und das sogar bis ins Jahr 1996/97 hinein. Da stiegen die Kickers zum wiederholten Mal in die Bayernliga auf, konnten sich aber wiederum nur eine Spielzeit darin halten und mussten schon ein Jahr später auf direktem Wege zurück in die Landesliga Nord.


Der Würzburger FV wird erstmals zur Nummer eins der Stadt


Auf ein direktes Aufeinandertreffen in der Landesliga Nord zwischen den blauen von der Mainaustraße und den Rothosen mussten die Würzburger Fußball Fans ab dem Jahr 1999 trotzdem erst einmal verzichten, denn der Würzburger FV konnte erstmals seit seiner Gründung den Aufstieg in die Bayernliga feiern und war somit seit dem Ende des FV 04 Würzburg erstmals wieder die Nummer eins der Stadt!


In der Saison 2002/2003 musste der WFV wieder in der Landesliga Nord an den Start gehen, während die Kickers den Gang in die Bezirksoberliga antreten mussten, eine Saison später sogar noch eine Klasse tiefer in die Bezirksliga. Gleichzeitig kehrte der WFV nach nur einem Jahr wieder in die Bayernliga zurück. Die Kräfteverhältnisse im Würzburger Fußball hatten sich als mehr als deutlich zu Gunsten der Blauen verschoben.


Dies sollte auch bis in die Saison 2008/2009 weiterhin Bestand haben, erst in dieser Saison konnten die Kickers ihrerseits in die Bayernliga zurück kehren und trafen dort auch den Stadtrivalen aus der Zellerau wieder. Gemeinsam musste man den Abstieg in die Landesliga Nord verkraften und war somit eine weitere Saison auf Augenhöhe unterwegs.

Aktueller Machtwechsel im Würzburger Fußball nach der Gründung der Regionalliga Bayern


Abermals verschieben sollten sich die Kräfteverhältnisse dann erst wieder nach der Saison 2011/2012. Während die Kickers es schafften von der Landesliga Nord direkt in die neu geschaffene Regionalliga Bayern einzuziehen, also sogar die Bayernliga zu überspringen, schaffte es der WFV seinerseits nicht unter die besten neun Mannschaften der Bayernliga, das Ziel direkter Aufstieg wurde also verpasst und da man auch über die Relegation nicht in die Regionalliga vordringen konnte, hatten die Kickers in der Saison 2012/2013 erstmals wieder die Nase vorn. Eine Tatsache die bekanntermaßen bis zum heutigen Tag Bestand hat und sich nach normalem menschlichem Ermessen und in Anbetracht der finanziellen Kluft die unterdessen zwischen den Klubs klafft, wird sich dies auch so schnell nicht wieder ändern.


Die Duelle dieser beiden Traditionsvereine werden in der Zukunft daher wohl eher rar gesät sein, umso mehr sollte man den Sonntag genießen und GEMEINSAM ein rauschendes Fußball Fest feiern. 


Text: F.L.

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